Sehr geehrte Mitgliedsfrauen und Mitglieder,

wir freuen uns, Sie zu unserer 19. Mitgliederversammlung am 07. und 08. Mai 2017 in München begrüßen zu dürfen. Der Vorstand des Verbandes wird den anwesenden Mitgliedern über seine Arbeit in den vergangenen Monaten berichten. Zentrales Thema wird die Vorstellung der neuen Versicherungslösung des DFH e.V. sein. 

-> Die Einladung und das Anmeldeformular für die Mitgliederversammlung München 2017 finden Sie >> H I E R << 

Irmgard Rowold

Präsidentin des Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH)

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Die Geschäftsstelle ist umgezogen, Sie erreichen uns ab 09.01.2017 unter folgenden Kontaktdaten:

Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH)

Leitung Frau Deistler

Ebenried 18

90584 Allersberg

Telefon: 0049 - (0)9179 - 9652074 

Telefax: 0049 - (0)9179 - 9652075

E-Mail: geschaeftsstelle@dfh-hebammen.de 

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Pressemitteilung

Pressemitteilung des Deutschen Fachverbandes für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH) zum Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134 a SGB V in der Fassung des Schiedsspruchs 2015

Hamburg, 29.11.2016 

Der "Vertrag über die Hebammenhilfe" (Vertrag nach § 134 a SGB V in der Fassung des Schiedsspruchs 2015) verpflichtet die Hebammen zur Qualitätssicherung. Hierfür soll jetzt jede Hebamme ein Qualitätsmanagement-System einführen.

Der DFH e.V. hat die Regelungen, die der Vertrag hierzu enthält, geprüft. Er ist der Auffassung, dass die Anforderungen einerseits unklar, andererseits für Hausgeburtshebammen deutlich überhöht sind. Dies gilt insbesondere, wenn die Anforderungen im Bezug zur DIN EN ISO 9001:2015 gesetzt werden, die im Vertrag mehrfach als potentielles QM-System genannt wird. Soweit der "Vertrag über die Hebammenhilfe" sogar ein externes Audit (nur) für Hebammen vorsieht, die Hausgeburtshilfe praktizieren, erscheint diese Anforderung selbst unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung weit überhöht. 

Der DFH e.V. empfiehlt daher seinen Mitgliedern, die im Vertrag vorgeschriebenen Fortbildungsstunden QM zu absolvieren und entsprechend ihrer Tätigkeit einen Standardordner anzulegen und damit den Mindeststandard zu erfüllen.

Ob das vorgesehene externe Audit (nur) von Hausgeburtshebammen verlangt werden kann bzw. ob und inwieweit Hebammen, die Hausgeburtshilfe durchführen, zu einer solchen Zertifizierung überhaupt verpflichtet werden können, wenn alle anderen Hebammen (und ihre Tätigkeitsfelder) ausgenommen sind, soll rechtlich überprüft werden. Insoweit hat der DFH e.V. seinen Justiziar beauftragt, ein Kurzgutachten zu dieser Frage zu erstellen. 

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Pressemitteilung 

Liebe Kolleginnen und Mitglieder,

aus aktuellem Anlass finden Sie hier die Pressemitteilung des DFH e.V. zu dem rechtskräftigen Urteil des Landgerichts Dortmund gegen unsere Kollegin A. Rockel-Loenhoff.

Hinweis: Wir möchten an dieser Stelle noch einmal dringend darauf aufmerksam machen, wie wichtig eine Strafrechtsschutzversicherung für jede Hebamme ist, um sich in einem möglichen Schadensfall frühzeitig in die Hände eines erfahrenen Rechtsbeistandes begeben zu können und vertreten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Vorstandsfrauen des DFH e.V. 

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Qualitätsmanagement für Hebammen

Es werden gemäß §134a SGB V in der Fassung des Schiedsspruches 2015 sechs Fortbildungsstunden für Hebammen gefordert. Die Fortbildung "Einführung eines Qualitätsmanagement Systems" bietet die Möglichkeit grundlegende Kenntnisse des Qualitätsmanagements zur Erstellung eines individuellen QM-Handbuches im Sinne der Qualitätsvereinbarungen (QV) kennenzulernen, zu erarbeiten und zu bewerten. Die aktuellen Termine finden Sie hier.

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Sehr geehrte Kolleginnen und sehr geehrte Freundinnen und Freunde der Hausgeburtshilfe,

wir freuen uns, den Link zum 1. Symposium zur Traditionellen HebammenKunst "Das Handwerk schützen" in Aachen am 2. und 3. Oktober 2016 mit der Anmeldung veröffentlichen zu können.

Das Symposium bietet Ihnen die Plattform, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Die aktuellen Entwicklungen und Themen abzubilden und voranzutreiben, soll dazu beitragen, Grenzen zwischen den Ländern zu überwinden und geburtshilfliche Exzellenz von morgen sicher zu stellen.

Am Vortag des Symposiums sind alle Mitglieder des DFH dazu eingeladen an der 18. Mitgliederversammlung teilzunehmen. Die Vollversammlung ist das oberste Gremium des Verbandes und tritt zwei Mal jährlich zusammen. Das Präsidium des Verbandes wird den anwesenden Mitgliedern über die Arbeit und Aktivitäten der vergangenen und der kommenden Monate berichten. Hier finden Sie das Anmeldeformular für die Mitgliederversammlung.

Als gesellige Einstimmung auf das Symposium findet im Anschluss an die Mitgliederversammlung ein Warm-up statt. Das Warm-up steht allen Referenten offen, die am Vorabend anreisen.

Am Zustandekommen des Symposiums waren viele beteiligt. Ihnen allen danken wir herzlich. Das Symposium lebt vom Austausch auf Augenhöhe und reger Beteiligung! Deshalb würden wir uns sehr freuen, Sie in Aachen begrüßen zu dürfen!

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Die DFH-Homepage wird erneuert!

Das Formular zur Datenübermittlung für die "Hebammensuche" finden Sie hier: Formular

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Pressemitteilung des DFH

zur öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages

Anlässlich einer geplanten Gesetzesänderung und Anträgen der Fraktionen der LINKEN und Bündnis90/ die GRÜNEN hatte der Gesundheitsausschuss des Bundestages zur Anhörung Sachverständige der beteiligten Berufsgruppen und Institutionen eingeladen. Der umfangreiche Entwurf der Bundesregierung eines „Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung“  sieht etliche Maßnahmen vor, die zu einer verbesserten flächendeckenden Versorgung der Versicherten beitragen sollen, u.a. die Stärkung der Kompetenzen der Pflege,  umfassende Erleichterungen für  Ärzte der Allgemeinmedizin und weitere Flexibilisierungen der Rahmenbedingungen im medizinischen Sektor.

Für die Hebammen ist jedoch lediglich im Falle eines durch sie verursachten Schadens vorgesehen, einen Regress der Sozialversicherungen im Falle leichter Fahrlässigkeit auszuschließen. Dies ist insofern von Bedeutung, weil es aufgrund der Ungleichbehandlung im Vergleich mit anderen Berufsgruppen zu Gunsten der Hebammen verfassungsrechtliche Bedenken gab. Durch diese Regelung verspricht man sich von Seiten der Regierung eine mittelbare Senkung der Prämien durch eine Senkung der Schadenssummen.  

Erwartungsgemäß nahm die Diskussion um die Berufshaftpflichtversicherung einen sehr breiten Raum ein.  Das geplante Modell wurde von den befragten Sachverständigen kritisch gesehen, da in der vorgesehenen Form kaum ein nennenswerter  Effekt auf die Haftpflichtprämien zu erwarten sei. Darüber hinaus wurde  auch die Möglichkeit einer Versicherung analog zur gesetzlichen Unfallversicherung angesprochen. 

Von der Entwicklung der Berufshaftpflichtversicherung sind auch andere im Gesundheitsmarkt tätige Berufsgruppen zunehmend betroffen. Leider wurde im Rahmen der Anhörung versäumt, die schlechten strukturellen Rahmenbedingungen zu beleuchten, die dafür verantwortlich sind, dass die Belastung für Hebammen die anderer Berufsgruppen bei weitem übersteigt und existenziell bedrohliche Ausmaße angenommen hat. 

Deshalb forderte der DFH schon bei früheren Gelegenheiten für Hebammen aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten ihrer beruflichen Rahmenbedingungen durch Beteiligung in Gremien, die einen maßgeblichen Einfluss auf ihre  Arbeitsbedingungen nehmen, z.B. im Gemeinsamen Bundesausschuss, im Institut für Qualität und Transparenz und in der AWMF.  

In Ermangelung definierter Richtlinien und Qualitätskriterien für die Hebammentätigkeit  - was z.B. auch die derzeitigen Vergütungsverhandlungen bis hin zum Stillstand erschwert - fordern nun der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft GDV und die Spitzenverbände der Krankenkassen GKV-SV gesetzliche Regelungen:

der GDV, dass Hebammen die Berufsanerkennung zu entziehen ist, wenn sie die Qualitätsanforderungen nach § 134 a Absatz 1a  nicht erfüllen. 

der GKV-SV – mit Hinweis auf das Fehlen eines Gemeinsamen Bundesausschusses! - eine Erweiterung des § 24 SGB V in dem Sinne, dass bei der Entscheidung über den Geburtsort  die Interessen des Kindes gleichberechtigt neben die der Mutter gestellt werden müssen 

Der DFH weist derartige Ambitionen geburtshilflich nicht qualifizierter Akteure in die berufliche Autonomie der Hebammen und in das Selbstbestimmungsrecht der sich ihnen anvertrauenden Frauen aufs Schärfste zurück.  

Den Qualitätsbegriff vorwiegend unter pragmatischen Gesichtspunkten zu definieren, ergibt keinen Aufschluss zur Qualität der Hebammenhandlungen an sich, sondern liefert nur Informationen im Hinblick auf die Ziele, die politisch erreicht werden sollen. Fragwürdigen Konzepten, welche bei der Qualitätssicherung wirtschaftliche Aspekte, Effektivität und Effizienz gleichsetzen mit fachlicher Kompetenz, wird der DFH entschieden entgegentreten. 

Zudem ist es perfide, die Rechte des Ungeborenen den Rechten Schwangerer entgegenzustellen und die Schwangere über ihr eigenes Kind beispielsweise bei der Wahl des Geburtsortes unter Druck zu setzen. Wird diese  Ausrichtung politisch und ärztlicherseits weiter verfolgt, werden schwangere Frauen ihrer Grundrechte beraubt.

Die Entwicklung, dass das Ungeborene separat von seiner Mutter gesehen wird, sieht der DFH ausgesprochen kritisch. Sie wurde durch den Einsatz technischer Apparaturen wie CTG und Ultraschall sowie anderer medizintechnischer Verfahren begünstigt, die Einzug in Schwangerenbetreuung  und Geburtshilfe gehalten haben und äußert sich z.B. in Schlagworten wie „Der Fet als Patient“, ein in den letzten Jahren zunehmend beliebtes Motto perinatologischer Kongresse. Der DFH ist der Überzeugung, dass die Schwangere und ihr ungeborenes Kind eine physiologische Einheit sind, als solche nicht getrennt betrachtet werden dürfen und das Wohl des Ungeborenen primär über seine Mutter als seine natürliche Anwältin zu schützen ist.


April/2015/Cordula Brockmann für den Vorstand des DFH e.V.

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Pressemitteilung des DFH 

zur Neufassung der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments

und des Rates (Anerkennung von Berufsqualifikationen)

Für große Bestürzung sorgte beim DFH die Neufassung der o.g. Richtlinie, die mit Zustimmung der Bundesregierung schon im November 2013 in Kraft trat. 

Hieß es im Artikel 40 Absatz 3 bis dato noch: „Die Ausbildung der Hebamme gewährleistet, dass die betreffende Person die folgenden Fähigkeiten und Kenntnisse erwirbt: […] d) angemessene klinische Erfahrung, die unter der Aufsicht von auf dem Gebiet der Geburtshilfe qualifiziertem Personal und in anerkannten Einrichtungen erworben wird;“ wurde jetzt unter d) spezifiziert: „angemessene, in anerkannten Einrichtungen erworbene klinische Erfahrung, durch die die Hebamme in der Lage ist, unabhängig und in eigener Verantwortung in dem nötigen Umfang und mit Ausnahme von pathologischen Situationen vorgeburtliche Gesundheitsfürsorge zu leisten, die Entbindung und die Folgemaßnahmen in  anerkannten Einrichtungen durchzuführen sowie die Wehen und die Geburt, die nachgeburtliche Gesundheitsfürsorge und die Wiederbelebung von Neugeborenen bis zum Eintreffen eines Arztes zu überwachen.“  
Abgesehen davon, dass die Ausbildung der europäischen Hebamme sie nunmehr nur noch dazu befähigt, „die Entbindungen und die Folgemaßnahmen in anerkannten Einrichtungen durchzuführen“ sind bei der Formulierung „sowie die Wehen und die Geburt, die nachgeburtliche Gesundheitsfürsorge und die Wiederbelebung von Neugeborenen bis zum Eintreffen eines Arztes zu überwachen“ wilden Interpretationen Tür und Tor geöffnet.
Hier ist dringend eine Nachbesserung angezeigt,  da eine echte Wahlfreiheit des Geburtsortes den Erhalt der fachlichen Kompetenz der Hebammen, Frauen an allen von ihnen gewählten Orten kompetenten Beistand zu leisten und damit die Eigenständigkeit des Hebammenberufes voraussetzt. 


April/2015/Cordula Brockmann für den Vorstand des DFH e.V.

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Pressemitteilung des Deutschen Fachverbands für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH) zum Runden Tisch Geburtshilfe – Fachgespräch „Qualitätssicherung “ am 04.02.2015 im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein - Westfalen

Am 04.02.2015 fand der Runde Tisch Geburtshilfe – NRW  zum Thema „Qualitätssicherung“ statt. Teilgenommen haben die Vertreterinnen und Vertretern der fachlich betroffenen Landesministerien, der Berufsverbände der Hebammen, des Netzwerkes der Geburtshäuser, des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW, des Landeszentrums Gesundheit NRW, der Ärztekammern und der Berufsverbände der Frauenärzte, der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der kommunalen Spitzenverbände, der Hebammenschulen und der Hochschule für Gesundheit, der Krankenhausgesellschaft NRW, von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen und dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft.

Frau Astrid Losch, Landeskoordinatorin NRW Quag e.V. stellte die Arbeit des Vereins  zur Qualitätssicherung in der Geburtshilfe durch Hebammen vor. Ziel von Quag e.V. ist es, die Sicherstellung der Anforderungen des §134 SGBV für den DHV zu unterstützen. Frau Losch informierte darüber, dass die von Quag e.V erhobenen Daten weder Qualitätsindikatoren noch die Lebensqualitätsinformationen der Mütter abbilden. 

Damit sind Merkmale, an Hand deren Ausprägungen man zwischen guter und schlechter Qualität unterscheiden kann, nicht abgebildet. 

Das Pilotprojekt zum Vergleich klinischer Geburten im Bundesland Hessen mit außerklinischen Geburten in von Hebammengeleiteten Einrichtungen bundesweit, initiiert von dem GKV Spitzenverband, dem BfHD und DHV und dem Netzwerk der Geburtshäuser von 2011, erwähnte Frau Losch als unterstützendes Dokument zur Qualitätsdiskussion. Sie sprach sich für S2 und S3 Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Geburtshilfe durch Hebammen aus. In der IMAG bestand - mit Ausnahme des DFH - Konsens, dass die Entwicklung höherwertiger Leitlinien für die Verbesserung der Versorgungsqualität in der Geburtshilfe von besonderer Bedeutung ist.

Der DFH stellt richtig: Der DFH befürwortete in der IMAG zwar auch die Entwicklung von höherwertigen Leitlinien, widersprach aber der Einschätzung, dass die Leitlinien zur Senkung der Kaiserschnittrate beitragen könnten. Aus DFH Sicht sind vor allem finanzielle Anreize, sowie Wissensmangel und forensische Gründe für den Anstieg der Kaiserschnittentbindungen ursächlich. Dies wurde in der letzten Sitzung des Runden Tisches Geburtshilfe NRW bestätigt.

Frau Dr. Monika Nothacker, Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften e.V., referierte zu Themen der Qualitätssicherung in der ärztlichen Geburtshilfe und berichtete, dass die Pflege Standards zur physiologischen Geburt haben will. Nothacker bestätigte, dass im Bereich der Geburtshilfe bisher lediglich S1 Handlungsempfehlungen vorhanden sind, eine S3 Leitlinie zur physiologischen Geburt und zum Kaiserschnitt ist in Arbeit. Die Bereitschaft der AWMF ist vorhanden, weitere höherwertige interdisziplinäre Leitlinien zur Geburtshilfe zu erstellen. Als mögliche Stolpersteine benannte sie die hohen Kosten, die bei S2 und S3 Leitlinien schnell bis in den sechsstelligen Bereich gelangen, sowie die Tatsache, dass es für viele Fragen zum Thema schlechte oder keine Evidenz gibt (der GKV-Spitzenverband lehnte bereits in der IMAG eine Verantwortlichkeit für die Leitlinienfinanzierung aufgrund fehlender gesetzlicher Regelung und Ressourcen ab, ebenso erklärte das BMG, dass keine gesonderten Mittel zur Finanzierung der Leitlinienentwicklung zur Verfügung stünden/Anmerkung DFH). Der DFH gab erneut zu Bedenken, dass der zeitliche Aufwand, sowie die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen von den Hebammenverbänden ohne Unterstützung nicht leistbar sind. Die anwesenden Vertreterinnen des DHV und des Netzwerkes der Geburtshäuser sahen das völlig anders und sprachen sich, ungeachtet dieser Fakten, vollumfänglich für die höherwertige Leitlinienerstellung und ihre aktive Mitarbeit dabei, aus.

In der knappen sich anschließenden Diskussion blieb wenig Platz für konkrete Inhalte. 

Dennoch gelang es dem DFH seine Bedenken zu der Tatsache zu äußern, dass Gynäkologen mit Hebammen weder auf Augenhöhe kommunizieren noch arbeiten. Stattdessen drängen sie sich immer mehr in das originäre Tätigkeitsfeld der Hebamme, was sich inzwischen schon in der Hebammenberufsordnung NRW deutlich zeigt. Hier hat sich die Beistandspflicht der Hebamme schon zum Arzt verschoben.

Damit aber interdisziplinäre und interprofessionelle Leitlinienerstellung in der Geburtshilfe erfolgreich geschehen kann, ist die Anerkennung, dass die regelrechten Verläufe in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett allein dem Hebammenberuf zuzuordnen sind, für dessen Erhalt sich auch die Eltern in ihren Protesten beständig stark machen, Voraussetzung. 

Der DFH sieht in der Praxis die Mehrzahl der Maßnahmen zur Beurteilung und Sicherung der Qualität der geburtshilflichen Versorgung mit Hebammenhilfe immer schon als prozessorientiert und - soweit möglich - auch ergebnisorientiert an. Problematisch wird es, wenn Hebammen, die nachweislich nicht über eine hohe eigene geburtshilfliche Erfahrung und selbstständige Geburtsleitungserfahrung verfügen, an Leitlinien mitarbeiten. Kann man die Versorgung qualitativ nicht beurteilen, dann hat die Qualitätssicherung keine Güte oder Wert. Den Qualitätsbegriff vorwiegend unter pragmatischen Gesichtspunkten zu definieren, ergibt keinen Aufschluss zur Qualität der Hebammen Handlungen an sich, sondern liefert nur Informationen im Hinblick auf die Ziele, die politisch erreicht werden sollen. Qualität als wertender Begriff ist abhängig von den Zielvorstellungen, die man mit Hebammen Handlungen verbindet. Alle Maßnahmen, die die Qualität positiv beeinflussen, werden unter dem Begriff Qualitätssicherung zusammengefasst. In diesem Sinne versteht der DFH Qualitätssicherung bei der Versorgung werdender und junger Mütter mit ihren Säuglingen als Zusammenfassung aller von Hebammen ergriffenen Maßnahmen, die zu deren bestmöglicher Versorgung führen. Für den DFH kann es nicht darum gehen, dass einzelne Hebammen möglichst viele Frauen versorgen, sondern nur darum, dass die erbrachten Leistungen, mit Blick auf den Erhalt der mütterlichen und kindlichen Gesundheit, in ihrer Wirkung sich im Ergebnis zeigen. Ausprägung der die Qualität bestimmenden Merkmale zu erkennen, festzustellen und zu erfassen ist die Voraussetzung  von echter Qualitätssicherung und macht eine systematische Analyse von Qualitätsdefiziten überhaupt erst möglich. Daran, und für den Erhalt seines Berufsstandes, arbeitet der DFH seit seiner Gründung. Und so klingt das Vorhaben des runden Tisches „Qualitätssicherung“ für den DFH zum jetzigen Zeitpunkt realitätsfern und ohne Richtung. Der DFH sieht Schwangerschaft und Geburt als physiologische und soziale Prozesse an, die Hebammenbeistand benötigen und die nicht durch Leitlinien abgebildet werden können, welche systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über eine angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen sind.  

06.02.2015/Eva-Maria Müller-Markfort/Präsidentin des Deutschen Fachverbands für Hausgeburtshilfe e.V.

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Pressemitteilung der Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH) zum „Runden Tisch Geburtshilfe – Fachgespräch „Aus-, Fort-,und Weiterbildung“ am 04.12.2014 im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein - Westfalen

Die freie Wahl des Geburtsortes gerät zunehmend in Gefahr

„Hausgeburt ist ein Anachronismus“ so Prof. Dr. med. Markus Schmidt von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Er läßt keinen Zweifel daran aufkommen, dass seiner Meinung nach, die Idee einer Geburt zuhause obsolet und schlichtweg überholt ist. Die Qualität der geburtshilflichen Versorgung sieht er nur in Level I Häusern erfüllt; diese hätten darüber hinaus auch die niedrigsten Sectioraten und könnten aufgrund ihrer Geburtenstärke Hebammen und Ärzte am besten ausbilden. Die Zielkonflikte bei der Erreichung einer qualitativen geburtshilflichen Versorgung sind, so tut Schmidt kund, sowohl durch die vielen Kompromisse als auch durch verschiedene Zielformulierungen, welche kleine Kliniken bei ihrer Versorgungsleistung häufig eingehen müssten und welche sich aber bei der vollen Erfüllung der Vorgaben der Leitlinien der DGGG ausschließen, bedingt. Sein Vorschlag ist die Reduktion der Versorgungszentren zugunsten bestens aufgestellter Level I Häuser und so setzt er seine Hoffnung in die Prüfung des Versorgungsauftrages durch das Land und darein, dass sich dadurch die jetzige Situation ohne weitere Kompromisse eingehen zu müssen, auflösen wird. Dass der für die Ausbildung der Gynäkologen geforderte geburtshilfliche Operationskatalog nicht mehr aufgesplittet wird in die verschiedenen Operationstechniken von Beckenendlagenentwicklung bis Zange, hält er nicht für problematisch. Das Wissen und Können um diese geburtshilflichen Techniken sei verloren gegangen und die Durchführung der Sectio bringt forensisch den Gynäkologen nicht in Schwierigkeiten. „Die Hebammen brauchen ein gutes Verständnis für Pathologie und das kann nicht nur bei normalen Notfällen in kleinen Häusern, sondern ebenfalls am Besten in einem „Level I“ Haus erworben werden. “, verkündete Schmidt dynamisch. Der DHV, die DGHWi und die Professorinnen der Fachhochschulen für Hebammenwissenschaften waren begeistert von dem Vortrag, der sich an die Ausführungen von Frau Claudia Dachs, Beirätin des DHV für den Bildungsbereich, anschloss.

Dachs votierte in ihrem Vortrag für die vollständige Akademisierung des Hebammenberufs. „Entweder Alle, oder Keiner“ so ihr Credo, alles andere spalte die Berufsgruppe. Es ginge nicht mehr um das „ob“ der Akademisierung, sondern nur noch um das „wie“! Hebammen sowohl „ohne“ als auch „mit“ akademischer Ausbildung wären schlecht denkbar.

So fordert sie eine Weiterentwicklung des Berufsbildes, da es den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht würde. Dachs: „ Wir fordern eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung, ohne Eigennutz für unsere Berufsgruppe, Hebammen Kompetenzen sollten erhalten und Neue hinzugewonnen werden.“ Der DHV setzt große Hoffnung in die Novellierung des Bundesgesetzes und Berufsgesetzes und auf :„eine gesetzliche Regelung für den klinischen und außerklinischen Bereich“. Dachs sieht Handlungsbedarf: sowohl beim „Erhalt der physiologischen Geburt“, als auch bei der gesetzlichen Regelung der praktischen Ausbildung und sie will für Hebammen: „einen Karriereweg nach oben“. Dachs bedauert, dass es für Hebammen keine Verbindung zu Forschung und Lehre gibt und fordert den Erhalt der Autonomie und Eigenverantwortung von Hebammen ein. Die Einkommens und Versicherungssituation für Hebammen findet sie „schwierig“.

Der DFH äußert sein Unverständnis darüber, dass der DHV grade an dieser Stelle per Klage gegen den DFH vorgeht und den Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe als Berufsverband in seinem

Bemühen um eine Teilnahme an den Gebührenverhandlungen und der Mitgestaltung einer deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen für die vor dem wirtschaftlichen Aus stehenden Hausgeburtshebammen, zu unterbinden versucht und so die beständig beschworene Hebammengemeinschaft vor den Kadi treibt, anstatt gemeinsame Ressourcen zum Wohle und Erhalt des Berufsstandes zu nutzen.

Frau Renate Egelkraut, 1. Vorsitzende des Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V., war begeistert von der DHV Kampagne „Zukunft verbessern“, die junge Frauen für den Beruf der Hebamme begeistern soll. Die Tatsache, dass weder die gesellschaftliche, noch die forensische oder finanzielle Situation für junge Frauen die den Beruf ergreifen wollen, geklärt ist und die freie Ausübung des Hebammenberufs aufgrund dieser Tatsachen Hebammen bis in die Existenzvernichtung führen kann, stört ihre Begeisterung nicht - sie will: „durch die Hebammenarbeit die Gesundheit der Frauen optimieren“ und sie wies den DFH in seine Grenzen: „Standespolitik ist vom runden Tisch fern zu halten!“.

Frau Petra Kahlberg-Spix, Leiterin der Hebammenschule des Vinzenz Pallotti Hospitals in Bensberg, sieht die Hebammenlehrerinnen an ihrer Belastungsgrenze und wünscht sich Unterstützung durch Praxisanleiterinnen , sie stuft die Qualität der aktuellen Praxisausbildung durch die Schulen fachlich und methodisch als sehr hoch ein, als ein „ein gelungenes Modell“ und sie warnt davor, „etablierte Systeme“ zu kippen.

„ Hebammen sollten wissenschaftliches Wissen beherrschen und reflektieren, sie sollten Studien lesen und selber durchführen können“, so der Wunsch von Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Hochschule für Gesundheit und 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft DGHWi. Für den Bachelorstudiengang läge die Gesamtverantwortung bei den Hochschulen, modular und kompetenzorientiert sollte sich die Stundenzahl 50/50 zukünftig auf praktische und fachliche Unterrichtung verteilen, da sich bei aktuell 3000 Stunden Praxis von den 4600 Gesamtstunden Ausbildungszeit „das studentische Leben“ nicht etablieren könne. Skill labs wären hier sehr hilfreich „um die Praxis zu ersetzen“. Der Hebammenberuf sei ein: „ praktischer Beziehungsberuf“, mit dem Motto: „low teck – high touch“. Auch Ärzte möchte Schäfer sehr gerne ausbilden, damit diese von der Hebammenerfahrung bei normalen Geburten profitieren können, denn es ist den Ärzten, laut Schmidt: „ja nicht möglich 6 Stunden bei einer Geburt zu sein und bei schnellen Viertgebärenden lernen die Assistenten ja nichts“. Schäfer behauptet: “will man Physiologie fördern, muss die Ausbildung zusammen passieren.“

Frau Jennifer Jaque-Rodney, Familienhebamme, stellt die Arbeit der Familienhebammen vor. Bei ihrem Vortrag zeigt sich, dass die Rahmenbedingungen für die Arbeitsgestaltung durchgängig fehlen, aber die Arbeit wäre wichtig sagt Jaque-Rodney und „originäre Hebammen“ wären mit dieser Arbeit überfordert. Sie sieht die Familienhebamme als Lotsin, wobei das Wohin gelotst werden soll, ebenso unklar bleibt, wie das Berufsbild selbst, welches aber „kein Neues sein soll“. Frau Sabine Einfeld von der Landeskoordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, macht hingegen ganz klar, wo die Familienhebamme angesiedelt ist: neben ehrenamtlichen Helfern. Die 10 Millionen € für frühe Hilfen im Lande NRW sind an die Akteure des Gesundheitswesens geflossen; dieses Geld ist für die Vergütung der Familienhebammen weder jetzt noch zukünftig vorgesehen.

Der DFH ist in großer Sorge und hat seine Empörung darüber geäußert, wie die Geburtshilfe, setzen sich diese Ideen um, sehenden Auges zu Grabe getragen wird und ist tief erschüttert darüber welche

Werte und Haltungen am runden Tisch Geburtshilfe, zutage traten. Dies regte jedoch in der Runde sonst niemanden weiter auf. Der Hebammenberuf hat seinen Kernauftrag, Geburtshilfe auszuüben, aktiv und selbstbestimmt mit dem DHV, seinen organisierten Vereine und Fachhochschulen und im Schulterschluss mit der DGGG, bewusst schon verlassen. So bahnt sich, wenn diese Stimmen siegen, die größte Veränderung in der Geschichte der geburtshilflichen Versorgung mit Hebammenhilfe für werdende Eltern in Deutschland an.

Der DFH beantragt daher am runden Tisch die sofortige fachliche Überarbeitung der aktuell benutzten geburtshilflichen Lehrbücher, da diese in keiner Weise den an Lehrbücher zu stellenden Anforderungen gerecht werden. Er fordert die Lehrkörper auf, sich an ernsthaften Lehrbüchern zu orientieren, die geburtshilfliche Regeln unterrichten und mit Fakten arbeiten. Der DFH bietet hierzu Fortbildungen an, deren Evaluation eine eindeutige Qualität belegen und bietet, bei Interesse, den Teilnehmern des runden Tisches an, dazu Unterlagen vorzulegen. Der DFH fordert die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe auf, ihre Leitlinien zu überprüfen und sich wieder verantwortungsvoll der Lehre und Ausübung geburtshilflicher Praktiken zuzuwenden, anstatt die Geburtshilfe aus finanziellen und forensischen Gründen einer Geburtschirurgie zu opfern und dies mit einer vermeintlich Versorgungsqualität zu begründen.

Das alle Zahlen, welche die Versorgungsqualität der ausserklinischen Geburtshilfe belegen, in der Runde völlig ignoriert und so Demokratie und freiheitliche Werte und darüber hinaus auch der Wunsch der Eltern, den sie durch ihre Petition zum Ausdruck gebracht haben, mit Füssen getreten werden, ist nicht nur frevelhaft , sondern ethisch und moralisch bedenklich. Die Anzahl messbarer Komplikationen und Schwierigkeiten in der Frauen und Kindergesundheit, hervorgerufen durch falsche Anreize in der Vergütung geburtshilflicher Leistung wird bei der Umsetzung dieser Pläne, das Ergebnis mit noch ungeahnten Folgen sein. „Wer hier an Wunder glaubt, muss seinen Glauben stärken“ (Goethe Faust II)

Dr. Julius Siebertz, Leitender Ministerialrat der Gruppe 21 Prävention, Versorgung im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, der die Sitzung auch moderierte, appelliert, die Preisgestaltung der DRG`s zu ändern, aber, so bedauert er: „ Niemand hat sich bisher bereit erklärt, einen politischen Preis für Geburten zu benennen. Außerdem gehen verschiedene Länder mit eindeutigen Vorgaben unterschiedlich um.“ Auch diese Aussagen führen zu keiner leidenschaftlichen Diskussion und so wurde die Sitzung wurde pünktlich geschlossen. Am 04.02.2015 folgt der runde Tisch zur Qualitätssicherung. Eine Redaktionsgruppe wird anschließend den Abschlussbericht zu den Fachgesprächen „Runder Tisch Geburtshilfe“ verfassen und vorlegen.


04.12.2014/Eva-Maria Müller-Markfort/Präsidentin des Deutschen Fachverbands für Hausgeburtshilfe e.V.

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Pressemitteilung zum Urteil des Landgerichts Dortmund
vom 1.10.2014 im

Strafprozess gegen eine Kollegin



Das Landgericht Dortmund hat eine Kollegin zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Die schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Das Gericht hat in seiner mündlichen Urteilbegründung ausgeführt, dass es die Kollegin wissentlich und wollend unterlassen hat, mögliche Hilfe zu einer Geburt hinzuzuziehen und hierdurch den Tod eines Kindes verursacht hat. Dies sieht das Gericht als nachgewiesen an. Die Eltern des Kindes wollen das Geschehene jetzt nicht mehr hinnehmen, aber nutzten ihr Recht, die Umstände ihrer Geburt frei zu wählen. Sie gestalteten den Geburtsverlauf ihres ersten Kindes bis zum Eintreffen der Kollegin alleine, obwohl eine Geburt normalerweise von Anfang an mit Hilfe von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird.


In dem über zwei Jahre laufenden Prozess schürte der menschliche, sachliche und fachliche Umgang gegen unsere Kollegin Ängste und Misstrauen bei werdenden Eltern. Der Umgang mit den vom Gericht befragten Frauen im Prozess war schäbig.
Frauen, die schon vor Jahren ihr Kind bzw. ihre Kinder gesund zuhause geboren haben, wurden mit der Frage konfrontiert, ob sie denn das Leben ihrer Kinder durch die Hausgeburt gefährden wollten. Populistische und triviale Szenen bei den Zeugenbefragungen spielten sich bei Gericht ab und führten dem Gerichtsbesucher deutlich vor Augen, was mit richterlicher Macht möglich ist.

Eltern müssen ihre Entscheidung zur Wahl des Geburtsortes in der rechtlichen Sicherheit treffen können, dass sie gesetzesmäßig ist und das Recht auf Achtung ihrer Privatsphäre gewahrt bleibt, ebenso wie das Recht einer werdenden Mutter, über die Umstände ihrer Niederkunft zu entscheiden. Es darf nicht sein, dass auf diese Art und Weise Frauen, die eine Hausgeburt wünschen, und Hebammen, welche dies anbieten, an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden. Noch ist nicht zu ermessen, welche Wirkung dieses Urteil nach außen, für die Geburtshilfe und für die Hausgeburtshebammen, hat.

Hausgeburtshebammen arbeiten im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der sozialen Sicherheit, begleitet von einer Rechtsunsicherheit, die immer mehr den Grad der Willkür erreicht. Von Seiten der Gynäkologen wird weiterhin betont werden, dass man nie ausschließen könne, dass Ungeborene die Wehen ihrer Mütter nicht vertragen und dann nur die Klinik weiter helfen kann. Die medizinische Diskussion über das vermeintlich erhöhte Risiko von Hausgeburten obsiegt schnell und die Unwissenheit über die Art und Weise der Durchführung von Hausgeburtshilfe wird seitens der Mediziner, welche bei Hausgeburten nie anwesend sind, allzu oft mit Fantasien kompensiert. Wo Menschen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Berufes treffen, sollte der Staat dieses Recht auch adäquat schützen. Was aber ist „gesetzlich vorgesehen“, um die Willkür von Entscheidungen, die im Zusammenhang mit geburtshilflichen Verfahren gefällt werden, einzudämmen?
Hausgeburtshebammen leisten Beistand bei regelrechten Geburten. Kriterien hochtechnisierter Geburtsmedizin können nicht weiterhin der Maßstab für diese Art der Geburtsleitung bleiben und die Gynäkologie nicht der Maßstab der Hausgeburtshilfe sein oder werden. Es ist an der Zeit, diese Strukturen neu zu ordnen und kräftig zu durchlüften.
Der DHV und der BfHD haben ihre Pressemitteilung zu dem Urteil gegen unsere Kollegin bereits veröffentlicht und so deutlich dokumentiert, wie sie zu ihren Mitgliedern stehen und mit ihnen im Strafverfahren umgehen. Die Kollegin war kein Mitglied im DFH, aber sie war Mitglied im DHV und Gründungsmitglied sowie einstmals die Präsidentin des BFHD. Welche Prozessunterstützung bekam sie durch ihre Verbandsmitgliedschaft?
Da wird in diesen Pressemitteilungen unsere Kollegin zu „Anita R. aus Unna“ und „eine Ärztin und Hebamme“ – mit der man nichts mehr zu schaffen hat, als Distanz. Wenn sich die Hebamme an das Hebammengesetz und die Berufsordnung halte, so die Präsidentin des DHV, Martina Klenk, seien außerklinische Geburten genauso sicher wie Geburten in der Klinik. Laut BfHD sollen Hebammen einem „Kriterienkatalog“ zur „risikominimierenden Selektion des Klientels“ folgen. Der DFH dagegen sieht den eigentlichen Auftrag von Hebammen darin, Geburten durchzuführen und dies auf Grundlage einer soliden Ausbildung, welche die Durchführung von Geburten zum priorisierten Inhalt haben muss. Das Hebammengesetz und die Berufsordnungen bilden die Rahmenbedingungen der Berufsausübung ab und sind keine qualitative Sicherstellung außerklinischer Geburten. Dieses Ziel kann nur über eine hochwertige praktische und theoretische geburtshilfliche Ausbildung von ausgewiesenen Experten/ innen der Hausgeburtshilfe erreicht werden, wofür sich der DFH seit seiner Gründung einsetzt.

Der DFH ist schockiert und beschämt über diese Stellungnahmen, zeigen sie doch unverkennbar, was beide Verbände für den Berufsstand „kritisch“ und „verpflichtend“ halten. Von diesem Geist und dieser Charakterhaltung distanziert sich der DFH in jeder Hinsicht.

Auch wenn uns dieses Urteil erschüttert, möchte der DFH Kolleginnen dazu motivieren, mit anzupacken und sich mit ihm auf den Weg zu machen, damit die Wahlfreiheit des Geburtsortes für die Frauen erhalten bleibt und damit es weiterhin Hebammen geben wird, die Hausgeburten begleiten können. Der DFH setzt auf eine individuelle, fachliche und qualifizierte Arbeitsweise von Hausgeburtshebammen und einen leisen und professionellen Auftritt bei der Vertretung der Interessen von Hausgeburtshebammen. Qualität muss nicht laut, sondern sichtbar sein.

November 2014/Der Vorstand des DFH

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PM „Runder Tisch Geburtshilfe NRW“ 18.09.2014


Der Kaiserschnitt als wirtschaftliche Indikation


Am 18.09.2014 lud das Ministerium MGEPA des Landes NRW, zum dritten „Runden Tisch Geburtshilfe NRW“ ein, um die Themen: Kaiserschnittrate in NRW, geburtshilfliche, Versorgungsstrukturen heute und in Zukunft, zu diskutieren.

Eingeladen waren die Berufsverbände der Hebammen, das Netzwerkes der Geburtshäuser, die Hebammenschulen, die Hochschule für Gesundheit in Bochum, das Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW, die Verbraucherzentralen, die Berufsverbände der Frauenärzte Nordrhein, die Perinatalzentren, der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der fachlich betroffenen Landesministerien.


Laut Dr. Huber (Ärztekammer Nordrhein) liegt die Kaiserschnittrate in NRW aktuell bei über 30%. Kaum eine Frau sei ohne Schwangerschaftsrisiko. Das Risiko „Adipositas“ würde immer öfter attestiert und stelle eine relative Indikation zum Kaiserschnitt dar. Statistiken unter www.qs-nrw.org. 

Dr. Jaspers (Christophorus-Kliniken, Coesfeld) dagegen sieht die steigende Kaiserschnittrate begründet in organisatorischen und wirtschaftlichen Interessen einer Klinik. Solange der Kaiserschnitt höher honoriert wird als die Spontangeburt, betrachtet  er eine bundesweite  Senkung der Kaiserschnittrate als Utopie. Seine geburtshilfliche Abteilung senkte die Kaiserschnittrate um ca. 10% und verlor damit 400.000€ Einnahmen.  Im Gegensatz zu einer zeitlich schwer kalkulierbaren Spontangeburt ist der Kaiserschnitt planbar und einfach durchzuführen. Eine Senkung der Kaiserschnittrate kann seiner Meinung nach erreicht werden  durch eine verbesserte  Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind und dem Training  des verlorengegangenen geburtshilflichen Wissens. 

Dr. Siebertz  (MGEPA) gab einen Überblick über die stationären  Versorgungsstrukturen. Der Krankenhausplan NRW prognostiziert, dass 1/3 der derzeit bestehenden geburtshilflichen Abteilungen bis 2015 geschlossen werden. Ein weiterer Rückgang der Fallzahlen bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett um  4% wäre abzusehen. Die Zukunft der geburtshilflichen Versorgung läge in geburtshilflichen Zentren mit maximaler medizinischer Versorgung. Dies zeige sich für den ländlichen Raum problematisch.

Der DHV e.V. sieht  die Versorgung mit ambulanter Hebammenhilfe zukünftig in Hebammenzentren . 

Seit seiner Gründung vor 5 Jahren weist der Deutsche Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V. beständig auf die gesundheitlichen Risiken der Gesundheitsreform 2007 (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz) hin, insbesondere Geburtshilfe im freien Markt zu verkaufen, verträgt sich nicht mit  einer soliden Grundversorgung junger Familien. Der gewollt verstärkte Wettbewerb der Gesundheitseinrichtungen, mit seiner hemmungslosen Kommerzialisierung, lässt  eine ausreichende  Versorgung von werdenden Müttern und ihren Kindern wirtschaftlich schon längst nicht mehr zu. Die Präsidentin des DFH e.V., Frau Müller-Markfort, hat die eindeutigen Versorgungswünsche der Mütter und die Unmöglichkeit  der Hebammen sich im hart umkämpften Markt wirtschaftlich behaupten zu können (erhoben in einer großen vom DFH veranlassten Kremser Geburtshilfe Studie), in der Sitzung präsentiert. Deutlich geht aus dieser Studie hervor, dass Gynäkologen die Hebammen weder für deren geburtshilflichen Leistungen empfehlen, noch das sie die Wünsche der Mütter berücksichtigen. Der DFH sprach sich dringlich dafür aus, bei allen neu konzipierten geburtshilflichen Versorgungsstrukturen  die Wünsche der Mütter zur Hebammenbetreuung zu berücksichtigen, gesunde Schwangere von präventiv arbeitenden Hebammen versorgen zu lassen und das geburtshilfliche Handwerk und Wissen nicht durch Chirurgie ersetzen zu lassen. 


18.09.2014/ Gerlinde Wascher-Ociepka, MSc 

für das Präsidium des Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V.

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PM „Runder Tisch Geburtshilfe NRW“ 28.05.2014

Geburtshilfe gehört nicht länger zur Grundversorgung

Am 28.05.2014 lud Barbara Steffens, Gesundheitsministerin in NRW, zum zweiten Arbeitstreffen des „Runden Tisches Geburtshilfe NRW“ ein. Eingeladen waren die Vertreterinnen und Vertreter des BMG, der Berufsverbände der Hebammen, des Netzwerkes der Geburtshäuser, der Hebammenschulen, der Gesellschaft für Hebammen- wissenschaften, der Gesellschaft zur Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe, des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW, der Berufsverbände der Frauenärzte, der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Ärztekammern, der Krankenhausgesellschaft NRW, der privaten und gesetzlichen Kranken- versicherungen und des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der fachlich betroffenen Landesministerien.

Für den Krankenhausplan von NRW ist der demographische Wandel maßgeblich. Der Geburtenrückgang und die qualitative hochtechnisierte Versorgung von Frühgeborenen führt in der Krankenhausplanung für NRW zur Einrichtung des Strukturkonzeptes für gefährdete Neugeborene.

„Weil die Zahl der Geburten sich seit den 1970er Jahren praktisch halbiert hat, sinkt die Zahl entsprechender Angebote. Damit wachsen zwangsläufig die Entfernungen.“

Von Seiten des Verbandes der Ersatzkassen wurde betont, dass Hebammenhilfe keine Regelleistung der Kranken- kassen ist.

Diese Stellung wird schon durch das zur Vorbereitung auf den Termin versandte Schreiben unterstrichen. „Die Ansprüche der GKV-Versicherten während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung sind in § 24 d und § 24 f des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt. Diese Regelung stellt aber nicht sicher, dass die dort aufgeführten Geburtsorte tatsächlich flächendeckend zur Verfügung stehen, sondern mit ihr wird der Leistungs- anspruch an sich und damit die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bei Inanspruchnahme der entspre- chenden Leistung sicher gestellt.“

Was dies für zukünftige werdende Eltern und die sie bislang begleitenden Hebammen und Entbindungspfleger tatsächlich bedeuten wird, ist momentan nicht im Entferntesten abzusehen. Die Vertreterinnen des DFH e.V. waren völlig schockiert diese Entschlüsse erstmalig im Rahmen dieses Treffens zu hören und haben sich ent- schlossen, diese Information zügig an die die Eltern vertretenden Gremien und Vereine weiter zuleiten.


Weitere Themen der Sitzung waren die Haftpflichtproblematik, sowie die Rahmenbedingungen der Hebammen- tätigkeit. Ministerin Steffens sprach sich für eine nachhaltige Lösungsfindung der Haftpflichtproblematik aus, da die gegenwärtige Situation der fehlenden Haftpflichtversicherung für alle in der Geburtshilfe Tätigen ein Prob- lem darstellt. Für alle freiberuflich tätigen Hebammen und Entbindungspfleger besteht weiterhin das Problem, das ab Mitte 2015 die provisorischen Versicherungsangebote enden und dann keine beruflichen Versicherungs- produkte im Markt mehr zu bekommen sind, da für die Versicherungsgesellschaft die Hebammentätigkeit schon jetzt als ein „unversicherbares Risiko“ gesehen wird.

Die Absichtserklärungen des Gesundheitsministers Gröhe die Haftpflichtfrage zu lösen, wurde von Seiten des BMG kommentiert. Der Minister stellt sich einen Regressverzicht der Kranken- und Pflegeversicherungen zur Belebung des Versicherungsmarktes vor und die Einführung eines Sicherstellungszuschlages für Hebammen mit geringen Geburtenzahlen.

Auf die Einwände des DFH e.V. , das auch mit diesen Ansätzen der stetigen Kostensteigerung der Haftpflicht- versicherung im Verhältnis zum realen Anstieg der Vergütung von Hebammen und Entbindungspflegern nicht entgegengewirkt wird und die Hebammen weiterhin „Geld zu ihrer Arbeit“ mitbringen müssen, folgte betretenes Schweigen.

Eine Gesetzesänderung zur Qualitätssicherung, sowie die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien für Hebammen und Entbindungspfleger, Fachärztinnen/Fächärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe ist vom BMG vorgesehen. Zum Thema Qualitätssicherung in der Hebammentätigkeit warnt der DFH e.V. ausdrücklich, dass er fragwürdige Konzepte, welche bei Qualitätssicherung wirtschaftliche Aspekte, Effektivität und Effizienz gleichsetzen mit fachlicher Kompetenz, nicht unterstützen wird.


28.05.2014/ Gerlinde Wascher-Ociepka, MSc


für das Präsidium des Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe

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