Satzung des Verbandes Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH)


Präambel:  

Eine gute Geburtskultur fördert eine menschlichere Gesellschaft. Der Berufsstand der Hausgeburtshebammen tritt ein für den Erhalt der größtmöglichen Gesundheit für die Phase der Familienplanung, der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes, sowie der Säuglings- und Stillzeit. Pubertät und Senium gehören zum professionellen Berufsfeld der originär tätigen Hebammen. Der Erhalt des autonomen Berufsstandes, geistig und wirtschaftlich, ist erklärtes Ziel des Berufsverbandes. Da es sich bei der Hausgeburt in reiner Hebammenbetreuung um eine hochspezialisierte fachliche Ausrichtung handelt, und nur wenige Hebammen/Entbindungspfleger insgesamt in Deutschland in dieser Hinsicht tätig sind ist der Verband die maßgebliche Vertretung dieser Minderheit. Die Hausgeburt unterscheidet sich grundsätzlich von anderer Hebammenarbeit und unterliegt daher besonderen wirtschaftlichen Bedingungen. Die Aufgabe des Deutschen Fachverbandes für Hausgeburtshilfe ist es, Verträge auf Grundlage des § 134a SGB 5 dergestalt auszuhandeln, dass die qualitativ hochwertige Versorgung der Schwangeren, Gebärenden, Mütter und ihrer Kinder gewährleistet ist und gleichzeitig die Hebammen/Entbindungspfleger angemessen wirtschaftlich abgesichert sind. 




§ 1  Name und Sitz 


(1)Der Verband führt den Namen „Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe“, in der Kurzform „DFH“. Er ist im Vereinsregister des Amtsgerichts München eingetragen. 

(2)Sitz des Vereins ist München. Die Verwaltung kann an einem davon  abweichenden Geschäftssitz stattfinden.



§ 2  Zweck und Aufgaben des Vereins 


(1) Zweck des Vereins ist die Wiedereinführung und Pflege der Geburtshilfe unter meisterlicher Zurückhaltung durch Hebammen/Entbindungspfleger. Dafür erfüllt der Verein die in den Absätzen 2 bis 10 genannten Aufgaben: 

(2) Der Deutsche Fachverband für Hausgeburtshilfe ist der Berufsverband von Hebammen/Entbindungspflegern, die unter anerkannten Bedingungen (siehe Geschäftsordnung) konsequent bedürfnisorientierte Hebammenhilfe  mit entsprechender Geburtshilfe im direkten Umfeld der Familie leisten. Er dient als Zusammenschluss dem interkollegialen Austausch („Expertinnenzirkel“) und dem umfassenden wirtschaftlichen und politischen Schutz dieser Berufsgruppe. 

(3)Durch die Förderung und Bekanntmachung der speziellen Hausgeburtshebammentätigkeit lenkt der Verband den öffentlichen Blick auf das 

Recht der professionellen Begleitung gesunder Wechselphasen weiblicher Sexualität. Der Verband lenkt den öffentlichen Blick auf die zwischenmenschliche Bindungsförderung am Lebensanfang als präventive Gesundheitsarbeit. 

(4) Der Verband setzt sich für die Erweiterung von Hebammenkompetenzen im Dienste der Volksgesundheit im Sinne der Salutogenese nach Antonovsky und der prä-,peri- und postnatalen Psychologie ein. Dabei sollen die Hebammen/Entbindungspfleger davor geschützt werden, Konkurrenzbetrieben oder übergeordneten Stellen in einem einseitig übernommenen Gesundheitsverständnis als verlängerter Arm zu dienen. 

(5)Der Verband stellt Leitlinien über die spezielle Berufsausübung der Hausgeburtshebammen auf, prüft Fortbildungen auf Tauglichkeit und zertifiziert 

diese, sorgt für geeignete Fortbildungen, erstellt Qualitätssiegel und vermittelt geeignete Gutachter und Gutachterinnen für Rechtsfälle. 

(6)Der Verband vernetzt sich auf nationaler und internationaler Ebene mit anderen Organisationen, die die vielfältigen Lebenswirklichkeiten von Frauen, Kindern und Familien zu verbessern suchen, wie WHO und UNESCO, und mit anderen internationalen Hebammenorganisationen. 

(7) Als den folgenden Generationen verpflichtet, setzt der Verband sich für eine nachhaltige Nutzung aller gesundheitsfördernden Ressourcen ein. 

(8)Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen von Hausgeburtshebammen durch Öffentlichkeitsarbeit mittels verschiedener Medien. Er ist Verhandlungspartner für Vertragsabschlüsse mit Krankenkassen und vermittelt Expertinnen nicht nur als Gutachterinnen bei Schadensfällen, sondern auch in Fragen der Gesetzgebung/-auslegung z.B. bei Anhörungen im Bundestag. 

(9)Die Mitglieder ermächtigen den Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe, mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen Verträge über die Versorgung mit Hebammenhilfe durch freiberuflich tätige Hebammen/Entbindungspfleger und deren Vergütung zu schließen. Diese abgeschlossenen Verträge entfalten für die dem Verband angehörenden Hebammen/Entbindungspfleger unmittelbare Rechtswirkung. Gleiches gilt für Verträge, die der Deutsche Fachverband für Hausgeburtshilfe mit den Krankenkassen über die Vergütung für selbstzahlende Klientinnen schließt. 

(10)Der Verband bemüht sich um eine adäquate Haftpflichtversicherung.



§ 3 Selbstlosigkeit, Verwendung der Vereinsmittel 


(1) Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung, namentlich der Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der Jugendhilfe. 

(2)Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Aufgaben verwendet werden. Keine Person darf durch Zuwendungen, die dem Zwecke des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden; es werden keine Gewinnanteile an Mitglieder abgeführt. 

(

3)Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine durch die Mitgliederversammlung 

zu bestimmende juristische Person des öffentlichen Rechts oder andere steuerbegünstigte Körperschaften zwecks Verwendung zur Förderung des 

öffentlichen Gesundheitswesens. Die Einrichtung einer Stiftung mit entsprechendem Zweck ist möglich. 





§ 4  Mittel des Verbandes 


Die Mittel des Verbandes sind im Sinne des § 3 der Satzung zweckgebunden und bestehen aus  

(1)Mitgliedsbeiträgen von Vollmitgliedern und Fördermitgliedern, 

(2)Schenkungen, Vermächtnissen und Spenden. 




§ 5  Beginn und Ende der Mitgliedschaft 



(1)Vollmitglied kann jede/r Hebamme/ Entbindungspfleger werden, die/der aktiv nach anerkannten Leitlinien und/oder den Inhalten der Hebammenkunst arbeitet.Entsprechende Qualifikationen bzw. Nachweise sind vorzuweisen (siehe §6).

(2)Fördermitglieder, d.h. nicht stimmberechtigte Mitglieder können Hebammen/Entbindungspfleger, Schülerinnen/Schüler und Studentinnen/ Studenten der Hebammenkunde, sowie natürliche oder juristische Personen sein, die mit dem Profil und der Zielsetzung des Verbandes übereinstimmen. 

(3)Der Vorstand entscheidet über eine Mitgliedschaft oder eine Ehrenmitgliedschaft. 

(4)Die Mitgliedschaft ist schriftlich zu beantragen; sie beginnt mit dem Zugang der Aufnahmebestätigung. 

(5)Ein Aufnahmeanspruch besteht nicht; die Ablehnung einer Mitgliedschaft ist nicht anfechtbar. 

(6)Ein Ausschluss erfolgt durch die Mitgliederversammlung auf Antrag des Vorstandes. Er ist nur zulässig, wenn die Interessen des Verbandes grob verletzt wurden oder die Beitragszahlung um mehr als 12 Monate in Verzug ist. 

(7)Die Mitgliedschaft endet bei freiwilligem Austritt nach Ablauf einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahresende und ist schriftlich der Geschäftsstelle mitzuteilen. 

(8)Der Wechsel von der Vollmitgliedschaft in die Fördermitgliedschaft ist nach Ablaufeiner dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahresende möglich und schriftlich derGeschäftsstelle mitzuteilen.Der Wechsel in eine Vollmitgliedschaft ist jederzeit möglich.

(9)Die Mitgliedschaft endet durch den Tod. 




§ 6  Rechte und Pflichten der Mitglieder 


(1)Die berufliche Autonomie wird vom DFH gefördert und gefordert.Jedes Vollmitglied verpflichtet sich, nach den Inhalten der Hebammenkunst zu

arbeiten und sich regelmäßig fortzubilden, unabhängig vom Tätigkeitsort.Die Qualifikation über das erworbene Wissen der Hebammenkunst 

kann durch Fortbildungsnachweise, entsprechende Expertise oder durch ein Experteninterview nachgewiesen werden. Dieser Nachweis kann auch  innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme zur Vollmitgliedschaft erfolgen.

(2)Die Mitglieder haben die Satzung, die Beschlüsse der Mitgliederversammlung und die Anordnungen des Vorstandes und der von ihm beauftragten Personen zu 

beachten, den Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachzukommen und das Verbandseigentum schonend und fürsorglich zu behandeln. 

(3)Alle Mitglieder haben an der Mitgliederversammlung Rede- und Antragsrecht. Das Stimmrecht der Vollmitglieder ist übertragbar. Eine schriftliche Vollmacht ist während der Versammlung dem Versammlungsleiter zu übergeben und dem Protokoll im Original beizufügen.

(4)Mit Beitritt zum DFH besteht die Verpflichtung zur demokratischen und wertschätzenden Zusammenarbeit mit anderen privaten und juristischen Personen, die sich für den Erhalt des freien Berufsstandes der Hebammen/Entbindungspfleger einsetzen.



§ 7  Organe des Verbandes 


Organe des Verbandes sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. 



§ 8  Mitgliederversammlung

(1)Die Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn es das Interesse des Verbandes erfordert, jedoch mindestens einmal jährlich. 

(2) Die Mitgliederversammlung wird von der Präsidentin schriftlich (z. B. per  E-Mail) unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist und mit Angabe der Tagesordnung einberufen. 

(3)Im Falle der Verhinderung der Präsidentin wird die Mitgliederversammlung durch ein anderes vom Vorstand beauftragtes Vorstandsmitglied einberufen und geleitet. 

(4)Beschlussfähig ist jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung. 

(5)Es wird durch Handzeichen abgestimmt. Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der erschienenen Mitglieder. 

(6)Die Wahlen der Vorstandsmitglieder erfolgen in geheimer Abstimmung. 

(7)Zu einem Beschluss, der eine Satzungsänderung oder die Auflösung des Verbandes beinhaltet, ist eine Mehrheit von ¾ der erschienenen Mitglieder erforderlich.


§ 9  Der Vorstand 


(1)Der Vorstand besteht aus der Präsidentin, zwei Stellvertreterinnen und vier weiteren Mitgliedern. Präsidentin und Stellvertreterinnen bilden das Präsidium. 

(2)Der Verband wird gerichtlich und außergerichtlich durch jeweils zwei Mitglieder des Präsidiums gemeinsam vertreten. 

(3)Die Mitglieder des Vorstandes werden von der ordentlichen Mitgliederversammlung auf die Dauer von vier Jahren gewählt. Der Vorstand bleibt 

aber darüber hinaus grundsätzlich bis zur satzungsgemäßen Neubestellung des nächsten Vorstandes im Amt. Die Wiederwahl ist zulässig. Beim vorzeitigen Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes kann der Vorstand kommissarisch bis zur nächsten Mitgliederversammlung den vakant gewordenen Posten besetzen oder verwalten. 

(4)Der Vorstand führt die Geschäfte des Verbandes im Rahmen dieser Satzung, sowie nach Maßgabe seiner Geschäftsordnung und der Beschlüsse der Mitgliederversammlung. 

(5)Verträge und Handlungen, die den Verband monetär belasten können, bedürfen der vorherigen Zustimmung der Mitgliederversammlung. Die Höhe dieses Betrages wird in der Geschäftsordnung festgelegt. Soweit Vorstandsmitglieder gegen diese Vorschrift verstoßen, haften sie mit ihrem Privatvermögen. 

(6)Die Präsidentin ist Sprecherin des Vorstandes. Sie leitet die Mitgliederversammlung und Sitzungen des Vorstandes. Sie übt die Aufsicht über 

die Tätigkeiten der übrigen Vorstandsmitglieder aus. Sie hat in allen Ausschüssen Anwesenheitsrecht. Im Falle ihrer Verhinderung wird sie durch eine ihrer Stellvertreterinnen vertreten. Im Zweifel entscheidet der Vorstand über die Vertretung. Im Übrigen regelt die Funktion der Stellvertreterin und der weiteren Vorstandsmitglieder die Geschäftsordnung. 

(7)Der Vorstand ist berechtigt, Ausschüsse für allgemeine und spezielle Aufgaben auf Dauer des Geschäftsjahres oder in sonstiger Weise zeitlich begrenzt zu bestellen. 

(8)Mit dem Ausscheiden aus dem Verband endet das Amt eines Vorstandsmitglieds. 



§ 10  Geschäftsjahr 


Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.


§ 11  Beiträge 


Der Jahresbeitrag wird von der Mitgliederversammlung festgesetzt und ist bis zum Ende des ersten Quartals des Jahres zu entrichten. 


§ 12  Beschlussfassung und Niederschrift 


Über Anträge, Verhandlungen und Beschlüsse hat die Schriftführerin eine Niederschrift zu fertigen. Diese ist von der Präsidentin bzw. Versammlungsleiterin zu unterzeichnen. 



§ 13 Inkrafttreten 


 Satzung vom 17.01.2014, München